Irgendwo in den Weiten des Fediverse muss es in den letzten Tagen einige Diskussionen über digitalen Nachlass gegeben haben. Ich fand Spuren dieser Diskussion in bekannten Profilen, aber auch in unbekannten Profilen. Ich fand es beispielsweise im Feed von Andreas Bulling. Ich habe einige Threads zu diesem Thema gesehen, die unabhängig voneinander liefen. Es scheint gerade ein Thema zu sein, das momentan viele Menschen bewegt. Ich hatte erst heute eine Diskussion mit meinem Bruder und seiner Lebensgefährtin über das allgemeine Thema. Woher das kam? Keine Ahnung. Die beiden sind nicht im Fediverse. Das Thema scheint in der Luft zu liegen.
Nun, ich habe zwei anstrengende Wochen hinter mir, ich habe daher darauf verzichtet, die Diskussion bis zu ihrem Anfang nachzuverfolgen. Meine Erfahrungen mit dem Thema niederzuschreiben erschien mir sinnvoller. Denn: Ich stand vor diesem Problem im September 2025. Ich hatte den Vorteil, dass ich wusste, was passieren würde. Ich hatte für den 29. September 2025 eine „Einladung” ins Krankenhaus zur operativen Sanierung eines Aortenaneurysmas. Aufsteigende Aorta bis weit in den Aortenbogen. Das ist eine Operation, die mit einer gewissen Sterblichkeit vergesellschaftet ist. Von der Größenordnung der OP wusste ich vor der Narkose noch nichts, aber auch das, von dem ich wusste, war groß genug, um davor Angst zu bekommen. Der Gedanke an die eigene Sterblichkeit stellte sich vor und sagte leise „Huhu!”.
Ich möchte hier nicht über das Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht schreiben. Über die Überlegungen zum Thema „Welt ohne mich”. Ich habe viel zu diesem Themenkomplex in Teil 9 von „Der Tag, an dem mein Herz stillstand” im Abschnitt „Bumms – büst butten” zusammengefasst.
Ich konzentriere mich hier auf einen kleinen Unterbereich. Oder etwas, das anfangs wie ein kleiner Unterbereich aussah. Wie regele ich meinen digitalen Nachlass.
Katastrophenvorsorge
Ich habe zu dem Thema Katastrophenvorsorge eine besondere Beziehung. In vielen Bereichen dreht sich mein berufliches Wirken genau darum. Ich bin etwas verschwiegen, was ich beruflich genau mache. Das ist Absicht. Selbst Partnerinnen wussten das nie so genau. Es ist nicht geheim. Es ist nur nicht meine Art, darüber zu reden. Genauso wie ich nicht über andere Personen rede, rede ich nicht über die Firmen, für die ich arbeite. Es sind nicht meine Geschichten. Aber es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass Daten, die für euch wichtig sind, auf Systemen verarbeitet werden, zu denen ich ein kleines Scherflein beigetragen habe. Und daher habe ich ein Auge auf Katastrophenvorsorge.
Umgebungen, in die sehr viele Gedanken geflossen sind: Insbesondere „Was passiert eigentlich, wenn hier irgendwas nicht mehr funktioniert?”. Das führte bei mir zu einem besonders dringenden Problembewusstsein. Und zu der Erfahrung, dass, wenn man Lücken lässt, es in der Natur der Dinge liegt, dass einem diese später auf die Füße fallen. Beispielsweise: „Wenn du etwas nur einmal auf Papier niederschreibst, wird garantiert dieses Papier später nicht zu finden sein”. Und wenn das das Blatt Papier mit dem Passwort zum Passwortmanager ist, sind alle weiteren Planungen Schall und Rauch.
Zugegeben
Auch wenn ich dieses Problembewusstsein stets hatte: Des Schusters Kinder haben die schlechtesten Schuhe. Es bedurfte erst der Operation als Anlass, dass ich dieses Problem angegangen bin. Und auch heute – acht Monate nach der Operation – ist das alles nicht vollständig und zu meiner Zufriedenheit umgesetzt.
Es war vor allen Dingen eins: zu spät. Eigentlich muss man das alles bereits dann umsetzen, wenn Menschen von einem abhängig sind. Und nicht erst, wenn man die Einbestellung zur OP hat. Ein Monat ist eine sehr kurze Zeit, das alles zu erledigen.
Papier
Ich digitalisiere fast alles in meinem Leben. Ich nehme die gesamte Post, jede Quittung, jedes Stück Papier und scanne es einmal pro Woche. Ich halte das schon lange so. Ich sortiere nicht vor. Weil es schwer absehbar ist, was wichtig ist.1 Vor 11 Jahren habe ich mir meinen ersten halbprofessionellen Dokumentenscanner gekauft. Den Fujitsu iX500. Mittlerweile bin ich beim Ricoh iX2500 (das Geschäft mit diesen Scannern wurde von Fujitsu verkauft), nachdem eine vergessene Heftklammer beim iX500 dafür gesorgt hat, dass eine Seite nun einen dünnen schwarzen Streifen über das Blatt zieht, weil die Scanzeile nun einen Kratzer hat.
Mittlerweile sind in diesem Archiv, das über mein Geburtsjahr in den frühen 70er Jahren zurückreicht, mehrere Zehntausend Dokumente. Durchsuchbar mit OCR. Verschlagwortet. Organisiert mit DevonThink. Dokumente sind hier einfacher zu finden als in einer Schrankwand Leitzordner. Einfacher, nicht einfach.
Struktur
In DevonThink habe ich diesem Wust an Dokumenten eine Struktur gegeben: Beispielsweise sind alle wichtigen Dokumente mit dem Tag „(WICHTIG)” versehen. Zudem hat jedes wichtige Dokument ein beschreibendes Tag, das es ungefähr einsortiert: „(WICHTIG) (Lebensversicherung)” beispielsweise.
Das Problem ist: Es ist meine Struktur. Ohne Anleitung wird sich jeder damit schwertun, auf die Schnelle dort ein Dokument zu finden, wenn er oder sie nicht ein Schlagwort oder ein Wort des Inhalts kennt. Klar gibt es mehrere Worte, die man auf Anhieb versucht. Wie „Lebensversicherung”. Aber dann erhält man auch alle Kontoauszüge mit Abbuchungen. Man kann weitestgehend mein ganzes Leben daraus rekonstruieren. Wenn man die nötige Zeit hat. Wenn man die nötige mentale Kapazität dazu hat.
Was ist wichtig?
Ich habe deswegen in der Zeit vor meiner OP eine Art Anleitung geschrieben. Ein Runbook zu Jörgs Leben. Welche Dokumente sind in dieser Datensammlung aus welchem Grund wichtig? Es gibt eine HTML-Seite, die sämtliche wichtigen Dokumente verlinkt, mit einer Beschreibung, warum diese wichtig sind, in welchem Fall diese wichtig werden. Diese Seite liegt auf dem System, das sämtliche gescannten Dokumente beinhaltet.
Aber sie drückt auch ganz simple Dinge explizit aus, etwa dass wichtige Dokumente das Tag „(WICHTIG)” haben. Das ist im Katastrophenfall nicht unbedingt eine Transferleistung, zu der man in der Lage ist.
Dieses Dokument ist auch für einen selbst von Bedeutung: Wenn man niederschreibt, warum ein Dokument wichtig ist, dann denkt man darüber nach, ob es wirklich notwendig ist. Und nicht nur Ballast darstellt, der die Hinterbliebenen überlastet.
Zugriff
Ich habe alle wichtigen Passwörter in ein eigenes Passwort-Verwaltungsprogramm gepackt. In meiner Passwortverwaltung, die ich tagtäglich verwende, haben sich über die Jahre so viele Passwörter gesammelt, dass es für den Uneingeweihten lange gedauert hätte, jeweils das Richtige zu finden.
Retention
Beachtet bei der Auswahl des Datenspeichers bitte auch, dass moderne Datenträger ihre Daten nicht notwendigerweise auf Dauer halten, insbesondere wenn diese stromlos gehalten werden. Die garantierte Haltbarkeit von Daten auf einer schlecht gelagerten SSD wird in Monaten gemessen.
JEDEC JESD218 is a bitch – diesbezüglich. Eine Enterprise-SSD muss worst-case die Daten nur 3 Monate halten. Eine Client-SSD ein Jahr. Das ist wahrscheinlich kein Problem, wenn man als Hinterbliebener ein Dokument in den ersten Wochen benötigt. Aber man stelle sich vor, man benötigt nach 3 Jahren noch ein Dokument. Und wahrscheinlich hat man die SSD nicht noch einmal umkopiert.
Zeitkapsel
Aus diesem Grund steht auf meinem Schreibtisch eine Zeitkapsel. Auf dieser ist mein ganzes Leben verschlüsselt abgespeichert. Alles, was man braucht, um im Falle meines Todes einen ungeordneten Crash ohne Crash Dump zu einem geordneten Herunterfahren werden zu lassen, ist in dieser Zeitkapsel.
Es handelt sich dabei um einen Mac Mini. Eigentlich war dieser zu etwas anderem gedacht, aber mit der Operation hat sich diese Funktion so herauskristallisiert. Mein Dokumentenarchiv ist darauf. Steuerprogramme. Passwortmanager. Alles, was irgendwie von Wichtigkeit ist. Ich benutze das System regelmäßig, sodass die maximale Haltezeit von Daten auf einem stromlosen Medium für mich kein Problem darstellt.
Es gibt dazu an mehreren Orten versiegelte Umschläge, in denen die Zugangsdaten zu diesem System hinterlegt sind. Auch sind dort die Passwörter für mehrere Sicherheitskopien hinterlegt.
Alle Daten sind auf diesem System. Es braucht kein weiteres System, um Zugriff darauf zu erhalten. Es braucht kein Internet. Es braucht keine laufenden Verträge. Man braucht nur physikalischen Zugriff auf das System. Und die Zugangsdaten.
Star Wars
Einen ganz wichtigen Punkt hat mir ausgerechnet Star Wars gezeigt. Oder vielmehr die Schauspielerin von General Organa. Debbie Reynolds, die Mutter von Carrie Fisher, starb einen Tag nach ihrer Tochter. Es reicht nicht, all das nur an eine Person zu übergeben. Mehrere Leute müssen dazu in der Lage sein, mein Leben geordnet herunterzufahren.
Hat es funktioniert?
Ich weiß es nicht. Ich schreibe diesen Text. Das bedeutet, dass all dies im Ernstfall nicht getestet werden musste. Und wenn es genutzt hätte werden müssen, hätte ich es auch nicht gemerkt. Wenn ich allerdings etwas in weit über 30 Jahren beruflicher Praxis gelernt habe: Ungetestete Katastrophenvorsorge ist keine Katastrophenvorsorge.
Wir haben meinen Tod simuliert. Fragen wie „Wo sind eigentlich Jörgs Bankdaten?”, „Wen musst du anschreiben, um Unterstützung von Jörgs Firma zu erhalten?”, „Wofür ist eigentlich die vor sich hinblinkende Kiste im Keller?”.
Das Hauptproblem bestand darin, dass manche der potenziellen Benutzer noch nie zuvor einen Mac benutzt hatten und beispielsweise Programme wie DevonThink nicht kannten. Ich habe das damit gelöst, dass der Account mit all diesen Daten ein Wallpaper bekommen hat, in dem stand, welche Programme für welchen Zweck genutzt werden.
Hier galt es, Besonderheiten zu beachten: Seit etwa drei Jahren bin ich ohne Partnerin. Es ist auch sonst nicht so, dass ich mein Leben seit 30 Jahren mit jemandem teile, der mein Leben in- und auswendig kennt. Die Aufgaben meiner Nachlassbereinigung wären wohl meinem Vater zugefallen. Damit hätten all diese Aufgaben von jemandem erledigt werden müssen, der zwar computeraffin ist, aber eben über 80 ist und sich mit Windows auskennt, sich aber standhaft jedem Versuch verweigert, ihn auf einen Mac zu migrieren. Manchmal ist es offensichtlich, an wen man all dies übergibt. Manchmal bedarf es mehr Gedanken. Das ist der Grund, warum ich meine Situation auch hier so offen beschrieb. Weil ich viele Faktoren abwägen musste. Vertrauen in einen Menschen, das Vermögen, diese Aufgabe zu tragen. In meinem Fall waren es am Ende mehrere Menschen.
Das machte eine saubere Dokumentation noch sehr viel wichtiger.
Kleinigkeiten
Biometrie
Es sind mir hier viele Kleinigkeiten aufgefallen. Es bringt beispielsweise nichts, einfach nur das Gesicht einer zweiten Person im Mobiltelefon abzulegen oder am Fingerabdrucksensor des Notebooks den Finger von meinem Bruder zu hinterlegen. Wenn man Pech hat, ist das Gerät in einem Zustand, in dem es ein Passwort oder eine PIN verlangt, bevor diese Person den Finger nutzen kann.
Dieser zusätzliche Finger kann jedoch nützlich sein, wenn man im Krankenhaus schnell auf das Mobiltelefon desjenigen zugreifen muss und der versiegelte Umschlag zu Hause liegt. Ich möchte diese Praxis daher nicht als komplett überflüssig bezeichnen. Aber sie ist weniger sinnvoll, als es erscheint.
Verträge
Aus meiner Mailbox und meinen Kontoauszügen kann man sehr gut ableiten, welche fortwährend laufenden Verträge ich geschlossen habe. Aber ich habe das selbst mal getestet, das abzuleiten. Es ist aufwendig und es bedarf Konzentration. Da ich das niemandem aufbürden wollte, habe ich sämtliche Verträge in einem Excel-Sheet dokumentiert.
Anrufe
Auch die Liste der Kontakte ist letztlich ein digitaler Nachlass, den es zu kuratieren gilt. In meinem digitalen Adressbuch sind immer auch Menschen, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe. Mir fällt es schwer, diese zu löschen.2 Für einen Menschen, der meinen Nachlass zu pflegen hat, ist das aber kaum ersichtlich.
Es gab daher zwei Listen mit Menschen, die vom Ausgang der Operation informiert werden sollten. Eine kurze Liste jener Menschen, die unmittelbar von einem positiven Ausgang informiert werden sollten. Und dann gab es noch einige Leute, von denen mich das Leben trennt, die im Falle eines Schiefgehens informiert werden sollten.
Zwei Personen auf der ersten Liste waren Kollegen: einer mein Chef, der andere der Betriebsrat meines Vertrauens. Zum einen, damit meine Kollegen Bescheid wussten, aber auch, um im Worst Case einen Weg zu den Ressourcen meines Arbeitgebers zu öffnen. Diese Kollegen wussten, wie mein Arbeitgeber in solchen Situationen unterstützt. Ich musste daher nicht alles dokumentieren, sondern konnte mich darauf verlassen, dass alles Notwendige mitgeteilt werden würde.
Legacy
Es gibt eine Sache, die ich vor meiner OP nicht mehr geschafft habe. Es ist die Antwort auf die Frage: „Wenn alles erledigt ist, der letzte Vertrag gekündigt, der letzte Mensch informiert ist, was bleibt dann eigentlich von mir?”
Es gibt in der St Paul’s Cathedral in London eine sehr interessante Inschrift: „Lector, si monumentum requiris, circumspice” oder auch „Betrachter, wenn du ein Denkmal suchst, sieh dich um”. Der Satz steht auf der Grabplatte von Christopher Wren, dem Architekten der Kathedrale.
Nun sind wir alle keine Christopher Wrens. Wir alle sind keine Kathedralenbauer. Und nur wenigen ist es vergönnt, etwas von dauerhafter Bedeutung zu schaffen. Das, was ich schaffe, ist am Ende der Abschreibungszeit Elektroschrott und landet beim Entsorger. So nach 5 Jahren … plusminus 2.
Aber man erinnert sich an uns durch das, was wir in unserem Leben geschaffen haben. Unsere Nachkommen. Die Leben, die wir beeinflusst haben. Früher gab es die Schachtel mit den Briefen der Großeltern, das Buch mit den Rezepten. Aber zunehmend werden unsere Hinterlassenschaften zeitweilig. Sie sind digital. Sie verblassen nicht mit der Zeit. Sie verschwinden einfach irgendwann.
Wir werden irgendwann den Zeitpunkt erreichen, an dem mehr tote Menschen auf Facebook sind als lebende Nutzer. Ich möchte allerdings nicht nur als ein Profil im Gedenkmodus auf einem sozialen Netzwerk zurückbleiben.
Ich arbeite daher momentan an einem Weg, dieses Blog dauerhaft zu erhalten. Auch wenn irgendwann der Moment gekommen ist, an dem alles für mich vorbei ist. Nicht weil das Blog wichtig wäre. Sondern weil es mir wichtig ist. Ich habe den Vorteil, dass mein Blog statisch generiert ist. Um es mal so zu sagen: Es ist genügsam. Es frisst nicht viel Stroh.
Ich habe aus diesem Grund bei einem Shared Hoster etwas Platz und eine Domain dafür beauftragt. Wenn ich da irgendwann einige hundert Euro überweise, kann das Blog über viele Jahre einfach weiter betrieben werden, bevor es am Ende des Geldes gelöscht wird. In meinem Blog ist ein Artikel hinterlegt, der automatisch veröffentlicht wird, wenn es in den letzten 30 Tagen kein Lebenszeichen von mir gab3. Dieser Blogeintrag verweist auf diese Domain.
Lector, si scire vis quomodo tempus meum dissipaverim, circumspice.
Grenzen
Ich habe nicht alles übergeben: Manche Dinge ergaben nur Sinn mit meiner Person. Ich verwalte die Heimnetze mehrerer Verwandter zentral. Hier war die Lösung sehr einfach: nicht übergeben, sondern darauf setzen, dass das, wenn ich einmal nicht mehr da bin, wieder in selbst verwaltete Umgebungen zerfällt. Es war unrealistisch, die Feinheiten der Netzwerke an Nicht-Techniker zu übergeben. Nicht die Übergabe der Technik war entscheidend, sondern zu erklären, welche Verträge aufzulösen sind, damit jeder seinen eigenen Weg gehen kann.
Manche Sachen sollte man aus meiner Sicht auch dem Vergessen anheimfallen lassen. Den Verschlüsselungskey eines privaten Tagebuchs beispielsweise. Wenn man nicht die Traute hatte, etwas einem Menschen ins Gesicht zu sagen, muss man es ihm nicht danach zum Lesen geben. Der Key darf ruhig verloren gehen.
Es muss nicht alles bleiben, wenn man geht. Aber man sollte sich darum kümmern, dass nicht alles, was bleibt, ein unzugänglicher digitaler Nachlass ist.
Seelenfrieden
Ich schrieb es schon im Artikel „Bumms – büst butten”: Wenn man all das geregelt hat, geht man deutlich entspannter in solche Situationen. Man kann sich darum kümmern, dass man da durchkommt. Schon das ist anstrengend genug. Auch wenn man sich keine Gedanken um andere Menschen machen muss. Das Wissen, alles halbwegs geregelt zu haben, nimmt eine Last von einem. Man sollte es schon um seiner selbst willen tun.
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Ich konnte vor einigen Jahren mit einer gescannten Quittung und einem Kontoauszug zweifelsfrei nachweisen, dass ich in München kein parkendes Auto gerammt habe. Weil ich zu etwa der Zeit in einem Lidl in Lüneburg stand. ↩
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In meinem Telefonbuch sind mittlerweile mehrere verstorbene Menschen. Ich bin kein Eugène Colère, der den Namen eines Freundes aus seinem Notizbuch radiert, sobald er von der Beerdigung zurückkehrt. ↩
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Das ist mittlerweile ein etwas längeres Skript, das von mir genutzte Social-Media-Accounts prüft, Logfiles auf Hinweise auf manuelle Logins überprüft. Auf meinem Mailserver prüft, ob ich eine Mail geschickt habe. Warum habe ich dies so aufwendig gestaltet? Am Anfang war das eine manuell aufzuziehende Eieruhr. Ich weiß aber, dass ich das irgendwann vergessen würde. Und ich hätte ungern in meiner Nachricht über mein eigenes Ableben übertrieben. ↩