Ich habe durch die ersten Blogeinträge hier einiges über das neue Theme gelernt. Die Bilder, die sich über die gesamte Breite des Browserfensters ziehen, wollen in diesem Theme wirklich eine sehr hohe Auflösung, damit es auch auf großen Bildschirmen sich einigermaßen ansehen lässt, ohne dass alles im Nebel mangelnder Auflösung verschwindet.

Die Galerie (die kleinen Bildersammlungen, auf die man klicken kann, um eine Vergrößerung zu erhalten) lässt sich leider nicht so gut steuern, aber wahrscheinlich habe ich bisher nur die richtigen Schalter nicht gefunden.

Außerdem bin ich wieder ins Schreiben gekommen, auch wenn diese Texte momentan meine Variante von “Lorem Ipsum Dolor” mit minimal mehr Inhalt sind. Aber diese Texte sind halt die Generalprobe für die Radreise.

Göhrde

Eigentlich ist es ja der Staatsforst Göhrde. Er liegt einige Kilometer östlich von Dahlenburg, was wiederum einige Kilometer östlich von Lüneburg liegt. Geschichtsträchtiger Grund hier. 1813 fand hier eine der Schlachten der Befreiungskriege statt. Der Boden ist blutgetränkt. Die Gefechte, die hier stattfanden, haben Napoleon wichtige Nachschubwege für die Völkerschlacht durchtrennt. Ich sag ja, geschichtsträchtig.

Der Göhrdemörder trieb hier dann später auch sein Unwesen. Der hat es bis nach Eduard Zimmermann und später Netflix geschafft. Deswegen sollten viele Leute den Wald lange gemieden haben. Was ziemlich schade ist. Der Wald ist wirklich schön. Und groß. Einfach nur riesig groß.

Göhrde Durch den Staatsforst Göhrde

Es ist einfach schön, da durchzufahren. Es ist still. Wenn man von Oldendorf aus den Wald anfährt, ist eigentlich kein Verkehr auf der Straße. Und wenn man über geraume Zeit mit dem Rad da so durchfährt, glaubt man sofort, dass es sich hierbei um den größten Wald Norddeutschlands handelt. Ich kann nur empfehlen, wenn man da in der Gegend mit dem Rad unterwegs ist, die Strecke durch den Forst zu routen.

Sackgasse

Kaum ist man dann aus dem Wald raus, wird man brutal aus dem Einklang mit der Welt gerissen. Unvermittelt trifft man auf ein Hindernis. Da steht man dann irgendwo mitten im Nirgendwo, ein “Durchfahrt verboten”-Schild, und man fragt sich, ob es irgendwo jetzt weitergeht. Aber: Hier ist es so Nirgendwo, dass es nicht mal eine Umleitungsausschilderung nach Irgendwo gibt. Ich habe keine gesehen. Was nichts heißen muss. Vielleicht war ich ja zur Abwechslung mal in Trance aufm Rad, was aber eher unwahrscheinlich scheint. Wahrscheinlich ist hier so wenig los, dass es sich einfach nicht lohnt, Umleitungsschilder aufzustellen. Und wer sich hier hinverirrt, weiß wahrscheinlich, wo er lang muss.

Sackgasse Sackgasse

Auf jeden Fall bekommt Klein Thondorf — ja, ich weiß jetzt, wo es ist, nicht dass das eine wichtige Information wäre, aber wo ein Groß ist, muss eben auch ein Klein sein, und ich wunderte mich die Tage, wo dieses Klein wohl liegen mag — eine neue Straße.

Aber ich hatte in dem Moment echt gerade das Problem, dass ich genau da lang musste. Dummerweise schien der Ort auch nur aus genau dieser Straße zu bestehen, beziehungsweise nur aus den Straßen, die sich dort kreuzen oder zum nächsten ebenso abgelegenen Ort führen. Also war nicht mal ein Ausweichen über die Straßen der Ortschaft möglich.

Zu meinem Glück habe ich eine Minute vorher eine Frau auf einem Feldweg mit ihrem Hund gesehen. Ein unfreiwilliger, weil ungefragter Wegweiser aus der Not der Sackgasse. Mein Gedanke: Mit ein bisschen Glück kann ich dort weiterfahren. Irgendwo musste die Dame ja herkommen. Und tatsächlich ging es da weiter. Recht ruppig, recht sandig. Aber wenigstens ein Weg, dem man folgen konnte.

Ich hatte da in dem Moment echt keine Lust auf völlige Sackgasse. Es wäre echt ein ziemliches Stück zurück gewesen, um an dieser Stelle vorbeizukommen. Und unverrichteter Dinge zurückfahren ärgert mich. Ich versuche daher meine Strecken auch so zu routen, dass ich Abschnitte nicht zweimal fahren muss, auch wenns ggf. in unterschiedliche Richtungen ist. Ich finde, das zeigt einem nur noch mehr, dass man im Grunde genommen nur einen großen Kreis gefahren ist und dort wieder ankommt, wo man losgefahren ist. Dass Rennradfahren in der Runde aus Transportsicht eine Erfahrung der Belanglosigkeit ist.

Das wird einem zwar auch klar, wenn man die eigene Einfahrt wieder hochfährt. Aber ich muss das Gefühl nicht schon vorher haben.

Von Korinthen und Navigationsanweisungen

Ich habe ja schon öfter gesagt, dass man bei der Navigation des Radcomputers von Garmin aufpassen muss. Das gilt auch für neue Geräte. Die Navigation des Garmin Edge 1040 Solar ist schon deutlich besser als jene des Edge 530.

Aber: Das Kartenmaterial ist sehr genau und die Navigation manchmal etwas doof. Von einem Radweg an der Straße lang auf den Radweg, der hinter einer Baumreihe neben der Straße lang läuft, zählt als Abbiegen. Ja, das Navi hat recht. Aber es ist einfach nicht hilfreich. Halt wie die Antwort eines Haarspalters.

Wer sich gedanklich die Stellen, an denen man wirklich so richtig abbiegen muss (beispielsweise „das Abbiegen in Westergellersen nach Kirchgellersen”), als Wegpunkte setzt, merkt schnell, dass die Anzeige auf dem Display in die Irre führen kann, wenn vorher der Radweg sich um die Hindernisse am Straßenrand herummäandert und man daher ziemlich viele Abbiegevorgänge angezeigt bekommt.

Wie man aber das Problem lösen kann — keine Ahnung. Weil genau genommen biegt man da ja wirklich ab, nur eben nicht auf eine neue Strecke.

Korinthen Korinthenk…

Mein persönlicher Favorit ist allerdings diese Situation: Das ist eine Kreuzung östlich von Lüneburg. Wenn man auf das warnende Piepen hin nur kurz oben aufs Display guckt, ist man versucht, hier an der Kreuzung nach rechts abzubiegen. Ist aber falsch. Es gilt im Hinterkopf zu behalten: Das Ding ist ein Klugsch—.

Es hat nämlich auch hier wieder vollkommen recht. Wenn man hier geradeaus fahren will, folgt man dem Radweg. Der geht aber nicht einfach schnurstracks über die Straße, nö — man folgt der kreuzenden Straße für etwa 5–10 Meter nach links und muss dann wirklich aus der Sicht dann rechts ab, obwohl man eigentlich geradeaus fahren will. Ein Schrei liegt da dann sehr auf der Zunge. Und weil man hier an einer vielbefahrenen Bundesstraße steht, wäre das vielleicht sogar möglich, es würde einen nur niemand hören. Besonders die Entwickler bei Garmin nicht. Es ist wirklich ein wichtiger Hinweis für Neugarmin-Kunden: Auf die Karte gucken, was das Navi von dir will — ansonsten wirds nervig.

Headunit Headunit des Specialized Turbo Creo 2

Es gibt auch Dinge, die wirklich super funktionieren: Ein Beispiel ist eine Funktion der Headunit meines Fahrrads. Man kann dort via ANT+-Funk die Daten des Radarrücklichts anzapfen und dann übernimmt diese Anzeige die Funktion des Radcomputers, was die Darstellung des rückwärtigen Verkehrs angeht.

Man kann es auf dem Bild nicht sehen, wenn man nicht weiß, worauf man achten soll. Der Punkt an der linken Seite, das ist man selbst. Und wenn Fahrzeuge von hinten kommen, dann werden diese durch weitere Punkte und eben ein relativ dezentes Piepen signalisiert. So fiept man sich dann nicht zum Verdruss der Mitverkehrsteilnehmer durch Norddeutschland. Es ist einfach deutlich leiser.

Ich war noch mal da

Durch die Fahrt durch die Göhrde lag es auf dem Weg: Ich war tatsächlich heute noch mal beim Weinfeld von gestern. Wieder vom selben Hund angebellt worden. Ich fand das letzte Grundstück an der Straße mit der Warnung vor dem Hunde wieder ein wenig suspekt, keine Ahnung warum. Aber wahrscheinlich fanden die Anwohner mich ebenso suspekt in meinem Tun, die Strecke ein zweites Mal zu fahren. Als hätte ich die Aussichtslosigkeit der Durchfahrt nicht verstanden.

Sei’s drum: Diesmal hat es mit dem Explorertile geklappt. Ich wollte sichergehen, und damit es auch ganz sicher klappt, bin ich sogar noch ein Stück weiter gefahren. Der in der Karte als „paved” bezeichnete Weg existierte wirklich — wenn man wusste, wonach man guckt. Vermutlich war da wirklich mal ein Kopfsteinpflaster. Das muss aber echt schon lange her sein. Die Strecke ist dort rückenmarkserschütternd. Würde mich nicht wundern, wenn da auch schon der Nachschub für Napoleon durch den Wald gezogen wurde. Und die letzte Reparatur scheint genauso lang her zu sein.

Nun aber ... Nu aber …

Insgesamt hat mir die Fahrt 5 Explorertiles gebracht, diesen einen Tile im zweiten Versuch und noch weitere südlich davon. Um meinen Radfahrkiez weiter auszubauen, muss ich jetzt nach Südwesten von Lüneburg. Auch wieder in einen Wald. Mal gucken. Ist vielleicht etwas für das nächste Wochenende.

Geschotterte Ruhe

Ich bin wieder über den wunderbaren Schotterweg im Wald bei Aljarn gefahren. Es gibt wirklich wenig Besseres, um Stress loszuwerden. Man ist schnell, man ist weitestgehend alleine, es ist bis auf die Geräusche, die man selbst macht, wunderbar leise. Nachteil ist nur, dass es da so ruhig ist, dass man wirklich jedes Geräusch am Rad hört.

Die Sattelstütze wird jetzt definitiv als Nächstes umgebaut. Sie hat Spiel und macht Geräusche. Ich vermute, dass dieses Spiel mit dafür verantwortlich ist, dass an den Sattelstreben so viel Kraft einwirkte, dass diese gebrochen sind. Es ist nur schade, dass ich die Funktion mit dem Hoch- und Runterfahren des Sattels über einen Schalter dadurch verliere. War nützlich an Ampeln, wenn man mit Sattelüberhöhung fährt. Aber vielleicht baue ich für die lange Tour dort eine Stütze mit Feder ein. Der Hintern ab 50 wünscht dann doch etwas Bequemlichkeit.

Mitten im Wald Mitten im Wald

Dahlenburg

Auch so ein Fixpunkt auf meinen Fahrten nach Osten. Es geht eigentlich zwangsweise immer direkt durch die Innenstadt von Dahlenburg und so auch an der St. Johanneskirche vorbei. Die Gegend wird da ein wenig durch die Umgehungsstraße um Dahlenburg geteilt.

Eigentlich ist der Ort ganz schön, aber man sieht auch hier große Leerstände. Wenn Lüneburg schon ein Problem mit der Innenstadt hat, ist das in diesem Ort wahrscheinlich weitestgehend hoffnungslos, mehr als Bäcker, Apotheken und Restaurants zu halten.

Dahlenburger Kirche Kirche in Dahlenburg

Dem Wind bei der Arbeit zuhören

Es lohnt sich bei Windrädern bei starkem Wind einfach mal stehen zu bleiben und zuzuhören. Das ist etwas, was man im Auto nicht mitbekommt. Ich schrieb ja schon mal, dass mit dem Rad zu reisen die Umgebung deutlich erfahrbarer macht, die Geschwindigkeit des Reisens mit der Geschwindigkeit des Wahrnehmens in Einklang bringt. Wobei, manche Leute schaffen es, sich so sehr gedanklich auszuknipsen, sich auf ihrem Triathlon-Lenker ruhend, so sehr von der Welt zu verabschieden, dass sie bei ihren Trainingsfahrten weder Schranken noch stehende Autos sehen, sodass da gar keine Wahrnehmung mehr ist. Führt jedes Jahr in den Vierlanden bei Hamburg zu schweren Fahrradunfällen.

Wenn man aber noch was wahrnimmt, merkt man: Windräder sind erstaunlich laut. Man hört die Kraft, die da im Wind steckt, insbesondere wenn es keinen anderen Lärm wie eine vielbefahrene Straße gibt. Ich verstehe schon Leute, die das nicht so unbedingt in ihrer Nähe haben wollen, wenn sie selber nichts davon haben. Allerdings gibt es hier mehr als genug Platz für so etwas, und dem Gefühl nach gibt es hier mehr Windräder als in ganz Bayern.

Windräder Windräder

Überlegungen

Wie ich schon schrieb, verstehe ich das Theme, das ich seit einigen Tagen nun fürs Blog verwende, deutlich besser. Damit erfüllen die Texte, die ich schreibe, momentan ihren Zweck. Ich überlege aber gerade, ob ich vielleicht doch noch eine Kommentarfunktion hier einbauen werde. Wird aber vermutlich eher Disqus. Mal sehen. Ansonsten bis bald!

Written by

Joerg Moellenkamp

Avid bicyclist, likes california, dreams to combine both.